Galerie - PU Mattli AG, Wassen

Die Postautlinien sind nur ein Nebengeschäft der Firma Mattli aus Wassen, denn der Hauptteil der PostAuto-Aktivitäten findet ausschliesslich in der Sommersaison statt: Dann fährt PU Mattli mit zwei MB Integro über alle fünf Zentralalpenpässe. Dazu kommt die Linie zur Göscheneralp, für welche allerdings seit 2008 kein eigenes Fahrzeug mehr zur Verfügung steht. Nach vier Saisons mit einem von PU Thepra, Stans, gemieteten Neoplan 314Ü fährt nun ein niederfluriger MAN 14.290HOCL/A66 von PU Dillier, Sarnen, die Strecke. Am 1.7.2012 trafen er am Bahnhof Göschenen auf einen Integro, bereit zur Abfahrt zum Sustenpass.

Über den Sustenpass fährt Mattli nur einen einzigen vollständigen Kurs, und zwar die nachmittägliche Fahrt Meiringen - Andermatt im Zusammenhang mit der Dreipässefahrt ab Andermatt. Beim kurzen "Kaffeehalt" auf der Passhöhe konnte am 8.8.2012 SILVIO JENNY den Integro UR 9'105 ablichten.

Auf dem Sustenpass fährt PU Mattli nebst einem Kurs Meiringen - Andermatt den morgendlichen Kurs Göschenen - Steingletscher - Göschenen. Auf dieser frühen Fahrt ist am 14.7.2009 der UR 9'105 zu sehen, und zwar bei der Haltestelle Steingletscher, wo Anschluss nach Meiringen besteht.

Die Klassische Dreipässefahrt ab Andermatt führt über Furka, Grimsel und Susten. Ein standesgemässer Mittagshalt auf einem Pass ist allerdings nicht mehr eingeplant, er wird in Meiringen durchgeführt; So bleibt es auf dem Grimsel bei einer kurzen Pause in der eindrücklich felsigen Landschaft, leider beim wenig spektakulären Hotel auf der Passhöhe und nicht beim schlossähnlichen Hospiz.

Nach der Dreipässefahrt wird mit demselben Wagen ein weiteres Kurspaar via Furka nach Oberwald und zurück geführt, womit die Wagen zwar nur 200 Kilometer, aber über 5000 Höhenmeter überwinden. Doch auch der zweite Umlauf ist streng: Nach der Fahrt zum Steingletscher und zurück gilt es, über Gotthard und Nufenen nach Oberwald und über dieselbe Strecke zurück zu fahren. Das sind etwas weniger Kilometer, aber nochmals 1000 Höhenmeter mehr. Am 1.7.2012 erreicht der Integro um 14 Uhr mit dem Nufenen also erst den dritten von 5 Pässen...

...und gleichzeitig mit 2478 Metern über Meer auch den höchsten ganz in der Schweiz gelegenen Pass. Der Nufenen wurde erst 1967 eröffnet und somit im Gegensatz zu seinen historischen Pendants rein für Touristenverkehr erbaut. Beim Restaurant auf der Passhöhe, dessen Intérieur und Haustechnik seit 1967 unangetastet blieb, wartet der Integro am 1.7.2012 vor der aufziehenden Kaltfront auf die Abfahrt nach Göschenen. Wenn auch auf dem Nufenen keine Mittagshalte mehr eingeplant sind, so wird doch immerhin an der Tradition der halbstündigen Kaffepause festgehalten.

Nur noch teilweise fahren die Kurse zwischen Nufenen und Airolo durch die engen Dörfer des Bedrettotals. Am 1.7.2012 konnte in Villa aber nicht nur irgendein Postauto, sondern der 1989 abgelieferte O303-Reservewagen von PU Mattli abgelichtet werden. Das Fahrzeug wurde seit seiner Ablieferung praktisch nur im Sommer eingesetzt und ist mit seinen erst 300'000 Kilometern nach wie vor in Topzustand.

Diesen Fakt machten sich am 1.7.2012 einige Busfans zunutze und brachten den Bus über Furka, Nufenen und Gotthard zum Einsatz. Auf dem Pass aller Pässe, dem (aus landschaftlicher und strassenbaulicher Sicht deutlich überschätzten) Gotthard, entstand diese Aufnahme.

Landschaftlich viel imposanter und erst noch mit einer schmaleren Strasse ausgestattet ist der Furkapass, wo diese Aufnahmen beim Hotel Galenstock (auf halber Höhe der Nordrampe)...

...und bei Muttbach unterhalb des berühmten Aussichtspunktes Belvedere im Westen entstanden.

.Wenig imposant ist dagegen die eigentliche Furka-Passhöhe, und so legt auch der Integro UR 9'105, aufgenommen von SILVIO JENNY am 8.8.2012, nur einen kurzen Halt ein, bevor er im Belvedere Kaffeepause macht.

Sowohl die Gotthard- als auch die Furkakurse bedienen das traditionelle Passdorf Hospental, dessen grossen historischen Gasthäuser noch heute an die Ära der Postkutschen erinnern. Die Aufnahme zeigt wiederum UR 9'105, diesmal bei der Post Hospental. Foto: SILVIO JENNY.

Die Linie zur Göscheneralp steht zu unrecht im Schatten der grossen Pässe, denn sie ist landschaftlich ebenso schön und die Strasse durchaus eindrücklich. Sie wurde in den 50er-Jahren für den Bau der Staumauer erstellt, die vom Jäntelboden am besten sichtbar ist. Die Aufnahme entstand am 11.9.2010 und zeigt den N314Ü von PU Thepra, der vier Sommersaisons hier im Einsatz stand. Das Angebot umfasst heute noch 6 Kurspaare, nachdem der einst eingeführte ungefähre Stundentakt auf Rufbusbasis wenig erfolgreich war.

Obschon auch auch die bewohnten Weiler Abfrutt, Wiggen und Gwüest bedient werden, hat die Linie den Status einer Touristischen Postautostrecke und wird nicht subventioniert. Trotzdem ist die Auslastung auf allen Kursen durchaus akzeptabel, und die Reisenden werden auch mit dieser eindrücklichen Felspassage oberhalb Abfrutt belohnt. Aufnahme am 11.9.2010.

Ganzjährig von Montag bis Freitag fährt PU Mattli einen Umlauf der AAGU-Linie Flüelen - Göschenen, welche zwischen Wassen und Göschenen auf PostAuto-"Hohheitsgebiet" fährt. 1998 wurde dafür einer der ersten Citaro Ü der Schweiz beschafft, der allerdings 2004 durch ein ausgereifteres Vehikel ersetzt wurde. Am 4.7.2012 zeigt sich der Wagen in Intschi, einem der Dörfer, die bis 1994 von SBB-Regionalzügen bedient wurden.

Am anderen Ende der Linie liegt die Endstation Gruonbach nördlich des Bahnhofs Flüelen. Nur drei Minuten darauf folgt der SBB-Bahnhof, wo in der Regel der nachfolgende Kurs gekreuz wird. Vor der imposanten Kirche begegnet der Citaro am 4.7.2012 einem Werbebus der Auto AG Uri.

Der eigentliche Kern der Linie Flüelen - Göschenen, welche in dieser Form seit der Abschaffung des Schienen-Regionalverkehrs 1994 existiert, ist die Strecke Flüelen - Altdorf, auf der die Buslinie einst das Tram ersetzte. Am 4.7.2012 verässt der Citaro gerade den alten Kern von Altdorf mit dem Telldenkmal, im Hintergrund am Hang liegt das Kapuzinerkloster.

Last Update: 05.07.2012