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Honningsvag

Bericht von Matthias    Um halb Acht klingelt der Handywecker und befördert uns von friedlichem Schlaf in einen bewölkten Mittwochmorgen. Nachdem wir das gestrige Morgenessen verschlafen haben, kommen wir heute erstmals in den Genuss des Frühstücksbuffet der Honinningsvager Herberge. Dabei tun sich Muffins und Sirup besonders hervor. Frisch gestärkt steht dann auch schon der nächste Punkt der Tagesordnung auf dem Programm: Der Besuch des örtlichen Flughafens. In relativ kurzer Zeit erreichen wir unseren Zielort und warten nun auf einem Hügel oberhalb der Anlage auf die Ankunft eines Fluges. Das Wetter ist windig und die Temperaturen gewohnt tief. Und sowas nennt sich Sommer. Während Jonas werweisst aus welcher Richtung die Maschine wohl landen wird und die geeignete Fotoposition sucht, setze ich mich möglichst windgeschützt hin und versuche der Szenerie etwas Songtext-Material abzugewinnen. Nach einiger Zeit erschallt von jenseits der Wolken das Geräusch des anfliegenden Flugzeugs und wenig später taucht die Maschine selbst aus den Wolken hervortritt und zur Landung ansetzt. Jonas macht Fotos und ich versuche zu filmen, was bei vor Kälte zitternden Händen allerdings gar nicht so einfach ist. Nach vollendeter Landung steigen wir von der Anhöhe herab und folgen der Strasse in Richtung Dorf ein Stück Weit, um von dort den Start zu beobachten. Danach schauen wir noch im Supermarkt vorbei und kaufen uns Pizza, die wir anschliessend in der Jugi-Küche warm machen. Nebenbei schreiben wir Postkarten. Obwohl der Ofen nicht richtig schliesst und entsprechend viel Wärme verpufft, können wir nach etwa zwanzig Minuten unser Mittagessen geniessen.
Den Nachmittag verbringen wir im Zimmer. Während Jonas sich in seine Literatur vertieft, spiele ich Gitarre und bastle an Songtexten herum. Abends gehen wir ins Dorf und besuchen ein Restaurant. Da die Pasta Bolognese aus ist, nehme ich Pasta mit Fleisch. Jonas bekommt einen Hamburger mit Pommes Frittes. Dazu gibt es erfrischenden Apfelsaft. Die Rechnung zu bekommen ist dann gar nicht so leicht, denn die Bedienung scheint ausgesprochen talentiert darin, mich zu übersehen. Irgendwann gelingt das Vorhaben aber dann doch und wir können bezahlen. Zurück im Hostel schreiben wir noch ein Stück und gehen dann bald schlafen, denn morgen geht's früh los.

Kommentar von Jonas    Der 23.6. ist, wie Nötzlis relativ kurzer Bericht nahelegt, eher ein Jonas-orientierter Tag. Den Flughafen von Honningsvag ist für mich ein Muss, ich lasse meinem Gefährten aber die Wahl, ob er sich meiner Tour anschliessen will, denn das Wetter ist wirklich unter aller Sau. Für mich sind einige gute Fotos von der Wideroe-DHC8 und anschliessend auch noch aus dem nahegelegenen Busdepot allerdings eine sehr gute Ausbeute, und auch die Pizza, die ein etwas seltsames Verhalten an den Tag legt (nach 20 Minuten beginnt zwar der Boden langsam schwarz zu werden, der Käse schmilzt aber weiterhin nicht), kann mich nicht mehr umstimmen. Am Nachmittag beginne ich, "Mein Name sei Gantenbein" von Max Frisch zu lesen, nachdem ich beim Grünen Heinrich trotz mehreren Versuchen nicht über die erste Seite herausgekommen bin. (Es ist schön, mal Zeit zu haben für all die Schweizer Klassiker, aber für den Heinrich scheint die Zeit wirklich noch nicht da zu sein). Der abendliche Restaurantbesuch beschert mir dann erstmals seit langem wieder einen wirklich guten Burger (das beste Zeichen dafür: Er ist zu voll, um von Hand verspiesen zu werden) und ausserdem das ungeliebte "Grünzeug" (Broccoli, Lauch) von Nötzlis Pasta. Die Rechnung zu bekommen, ist tatsächlich nicht leicht; Viel schwieriger ist es jedoch, diese auch zu ertragen: Das Restaurant, eines der günstigsten in der Gegend, liefert keine Hauptgerichte unter umgerechnet 30 Franken... Vor der Rückkehr in die Warme Jugendherberge rüsten wir beim Bankomat unsere Geldbeutel auf für allfällige weitere finanzielle Herausforderungen.

Bildergalerie vom 23.6.2010

  • 1a: Zwei Männer im Sturm. Der eine versteckt sich vor dem Wind (und findet dafür seine Inspiration)...
  • 1b: ...der andere stellt sich dagegen. Immer bereit für den perfekten Schnappschuss.
  • 1c: So sieht ein richtig gemütliches Flughafen-Terminal aus...
  • 2a: ...und so der passende Flieger dazu. (Wir kippten den Flug bereits in der ersten Planungsphase aus dem Programm - zuviel Gepäck!)
  • 2b: Auch schlechtes Wetter bringt gelegentlich schöne Bilder vor die Linse. In einer so schönen Landschaft sowieso!
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