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Riksgränsen - Kabelvag

Bericht von Jonas    Der Tag in Riksgränsen beginnt nach dem Frühstart des Vortags angenehm spät, um viertel nach Acht. Die Dusche stellt mich einmal mehr vor kleinere Probleme, denn die sehr spannende Konstruktion erlaubt, ja fordert einmal mehr die komplette unabsichtliche Überflutung des Badezimmers. Nachdem dieses wieder auf einen akzeptablen Stand gebracht ist (Endreinigung ist Sache des Gasts beim STF) verspeisen wir im Speisesaal unser in erster Linie aus Zitronenmuffins bestehendes Frühstück, während eine indische (?) Familie bereits fleissig am braten und backen ist (meine Magensäfte stellen sich schon nach dem ersten Muffin auf besseres ein, das gibt's aber leider nicht. Nach dem Frühstück geht es dann meinem Gantenbein an den Kragen, und als der fertig ist, ist per Zufall gerade der Rentier-Jäger-Angler-Pistenfahrzeugfahrer mit der orangen Kappe in der Reception, wir checken gegen 20 vor 11 aus. Nachdem das Gepäck durch die eisige Kälte an den Bahnhof gebracht ist, verbrate ich meine letzten 20 Schwedischen Kronen für einen Birnensaft, der sich als 5x-Konzentriert herausstellt und somit mit meinem Wasser gemischt werden muss - eine wunderbar klebrige Angelegenheit! Der Zug nimmt uns um 11:39 mit und da unsere Plätze auf der panoramamässig langweiligen Seite liegen, beginne ich mit einer neuen Lektüre - um meine eigenen immer kleineren Leseressourcen zu entlasten das von Nötzli mitgebrachte "Per Anhalter durch die Galaxis". In Narvik suchen wir sofort und auf erstaunlich direktem Weg das AMFI-Einkaufszentrum und den dazugehörigen Busbahnhof auf. Gestaffelt sucht sich zuerst Nötzli, dann ich im Coop einen Znacht, zum Zmittag verspeise ich ein Käse-Speck-Würstchen. 15:10 verlässt dann der (leider komplett weisse) Lofotekspressen Narvik in Richtung der "Alpen des Nordens". Das Wetter ist immer noch schlecht, und die Wolken hängen tiefer und tiefer. Irgendwo nach der Abzweigung für Sortland beginne ich, als die Aussicht definitiv nur noch weiss-grau ist, sogar mit Lesen. Erst kurz vor Svolvaer lichtet sich das Wetter langsam wieder, und auf den letzten 10 Minuten sieht es richtig vielversprechend aus. In Kabelvag angekommen, ist die JH schnell gefunden, das Check-In zieht sich in die Länge, weil jemand unsere Buchung falsch eingegeben hat. Schliesslich landen wir dann wieder einmal in einem Zweierzimmer - bei gebuchtem Mehrbettzimmer-Angebot und zum günstigsten Tarif. Unser Zimmer liegt im entferntesten der Nebengebäude, dafür aber direkt neben einem sehr gemütlichen Aufenthaltsraum, wo wir kurz darauf unseren Znacht verspeisen. Für mich bedeutet das: Brötchen mit Tomaten-Philadelphia und scharfem Salami. Die beiden Beläge sind zwar schon etwas warm geworden, sie verschwinden aber nach dem Essen im Kühlschrank in der Hoffnung, dass sie sich bis morgen beruhigen werden. Den Rest des Abends verbringen wir einmal mehr lesend und schreibend, scheint doch die Herberge vorwiegend von älteren Semestern bewohnt und unser Nebengebäude bis auf zwei eher unkommunikative Norweger sogar ganz leer. Kurz vor dem definitiven definitiven Schlafengehen erspähen wir draussen perfekten Sonnenschein - ein gutes Omen für unsere zwei Tage auf den Lofoten!

Kommentar von Matthias   Dank Jonas' Vorsondierung verzichte ich an diesem Morgen dankend auf eine Dusche und umgehe damit eine zweite Sintflut in unserem Badezimmer. Stattdessen geht es vom Bett direkt in die Küche frühstücken. Der Zmorge besteht nicht nur in erster Linie, sondern sogar ausschliesslich aus Muffins. Das traurige Schicksal der Leute mit kleinem Portmonnaie. Mittags in Narvik kaufe ich mir ein Brot, das mich auch in den kommenden Tagen gut versorgen wird. Dazu den obligatorischen Käse und für die Busfahrt zusätzlich noch meine treuen, runden, schokoladigen Begleiter. Beste Unterhaltung während der Mittagszeit bieten uns dann die übrigen Kunden des Einkaufszentrum, deren Unfähigkeit im Umgang mit Drehtüren zeitweise fast schon lächerliche Züge annimmt. Besonders bedauernswerten Exemplaren gelingt es sogar regelmässig die Tür zu blockieren. (Und nein, ich habe keinen Schimmer, wieso man ein Einkaufszentrum viermal nacheinander betritt, ohne etwas zu kaufen. Vielleicht weil die Tür so schön dreht...) Glücklicherweise verlassen wir diesen Ort voller seltsamer Leute wenig später und reisen mit dem Bus nach Kabelvag. Das schlechte Wetter bleibt uns aber lange Zeit dicht auf den Fersen, verschont uns aber, sodass wir die Jugendherberge unbehelligt erreichen. Dass wir auch dieses Mal am Ende nur zu zweit im Zimmer landen, verkommt mittlerweile schon fast zur Routine. Nach unserem letzten Zimmergenossen haben wir uns diesen Luxus aber auch redlich verdient. Das Zimmer ist wirklich gemütlich und bietet einen netten Ausblick. Selbiges gilt für das Esszimmer. Mein Znacht besteht übrigens aus... na, wer ahnt es schon? Genau, Käsebrötchen! Mit dieser unglaublichen Enthüllung beenden wir unsere Berichterstattung vor Ort und geben zurück ins Studio.

Bildergalerie vom 28.6.2010

  • 1a: Der Schwedische IC von Riksgränsen nach Narvik. Endlich mal wieder ein Paar Bahnkilometer abseits der Landstrasse...
  • 1b: Die weltberühmten Lofoten sind sogar bei schlechtem Wetter sehenswert, ja geradezu mystisch...
  • 1c: ...
  • 2a: Auch die Aussicht aus unserem Zimmer lässt nichts zu wünschen übrig. Gegen Abend stirbt der Wind und das Wasser wird zum perfekten Spiegel...
  • 2b: Kurz vor Schlafenszeit schauen sogar die ersten der aus erloschenen Vulkanen entstandenen Berggipfel hervor. ss
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