Zur Startseite|Vorheriger Tag|Nächster Tag

Oslo - Voss

Bericht von Matthias    Nach einer gut durchschlafenen Nacht im Osloer Hostel stehen wir für einmal perfekt getimet auf. Vom Bett geht es dann direkt ans Zmorgenbuffet zum gewohnten Brötchen-Verspachteln. Dann noch schnell die Bettwäsche und das Pyjama eingepackt und schon checken wir aus. Auch diesen Morgen nehmen wir den Zug zum Hauptbahnhof, weil's günstiger ist. Während Jonas dort noch Geld holen geht borde ich schonmal den Zug nach Voss. Wir sitzen im Wagen 447 auf den Plätzen 31 und 32. Um 10:39 Uhr fahren wir los. Während der folgenden sechsstündigen Fahrt bin ich doch froh, dass die Klimaregulierung im Innern des Zuges diesmal tadellos zu funktionieren scheint. Die Fahrzeit verbringen wir mit lesen, Musik hören oder dem Beobachten der vorbeiziehenden Landschaft. Irgendwie bringt es Jonas ausserdem noch fertig, sein Reisetagebuch zu führen, was ich natürlich wieder einmal gekonnt aufschiebe. Zwischenzeitlich machten wir uns noch einen Spass daraus, Zufallsgenerator für den Ipod des anderen zu spielen. "Drittes Lied von Buchstabe T" heisst es dann beispielsweise und den mussten wir dann beide hören. Irgendwie muss man sich ja etwas zusätzliche Unterhaltung verschaffen bei sechs Stunden Zugfahren. (Zumindest ich muss das...)
Um 16:40 Uhr kommen wir in Voss an. Nach einem kurzen Fussweg erreichen wir das Hostel und checken ein. drei der Betten in unserem Sechserzimmer sind schon belegt, weshalb uns nur noch die oberen der Kajütenbetten zur Auswahl stehen. Wir ziehen die Betten an, was nicht ganz unproblematisch ist, wenn man gerade selber darauf sitzt, und gehen dann in die Stadt einkaufen. Im Spar besorgen wir uns zwei Packungen Tortellini, die wir anschliessend in der Gästeküche der Jugi kochen. Unbewusst treffen wir dabei auf Matt, einen unserer englischsprachigen Mitbewohner. Ins Gespräch kommen wir dafür, als unsere Tortellini zehn Minuten später speisefertig sind, und zwar mit einer Deutsch-Französischen Familie, die in Kopenhagen lebt. Wir bleiben auch nach dem Essen noch sitzen und reden viel über unsere Reisen, Berufe, respektive Berufswünsche, die unterschiedlichen Schulsysteme und noch einiges mehr. Irgendwann ist dann für die beiden Kinder Schlafenszeit und während die Mutter die Kleinen ins Bett bringt, unterhalten wir uns noch ein wenig mit dem Vater, der sich unter anderem köstlich amüsiert, als wir ihm das traumhafte Wetter bei unserem Nordkapp-Besuch schildern. Nach kurzer Zeit kommt allerdings die Mutter mit den Worten "Ich brauche dich dringend in die Küche und man verabschiedet sich. Da war wohl jemand nicht ganz brav beim Schlafengehen, denke ich und grinse. Im Aufenthaltsbereich der Empfangshalle lesen wir noch ein wenig und schreiben Tagesberichte. Auch unsere Mitbewohner sitzen noch da, bis gegen Zehn Uhr dann allgemeine Aufbruchsstimmung herscht. Wir gehen alle ins Zimmer, wo Jonas und ich uns Bettfertig machen, während unsere drei Zimmergenossen noch aufbrechen, um ein Pub zu suchen. Allerdings nicht, ohne uns noch "Gute Nacht" zu wünschen. Man erkennt uns offenbar gleich als Deutschsprachige. Im sanften Lärm vorbeifahrender Autos schlafen wir ein.

Kommentar von Jonas    Ja tatsächlich, auch ich lerne aus meinen zu grosszügigen Zeitplänen. Und auch ich stehe nicht gerne 45 Minuten auf Bahnhöfen herum, vor allem, wenn nicht viel spannendes passiert (was in Norwegen oft so ist). Die Fahrt nach Voss gestaltete sich tatsächlich angenehmer als die vom Vortag: Die Wagen auf dieser Linie sind nämlich modernisiert und besser klimatisiert. Ausserdem ist die Bergenbahn eine der schönsten Bahnstrecken der Welt (angeblich), und da wird es mir sicher nicht langweilig. Leider sind die reservierten Plätze auf der falschen Seite des Zuges bis etwa in Geilo, wo dann die Talseite endlich wechselt (nun muss ich mir keine Nebenbeschäftigung mehr suchen). Das Check-In in Voss ist für mich ein kleiner Schock: Die beiden freien oberen Betten sind nämlich nicht irgendwelche Kajütenbetten, sondern unglaublich hohe Gebilde, gedacht dafür, dass der im unteren Bett den Kopf nicht anschlägt (dafür müssen wir vorsichtig sein, dass wir beim raufklettern über die "Leiter" (drei Löcher im Holz) nicht den Kopf an der Decke anschlagen). Das Abendessen verläuft ausserdem nicht ganz nach Plan, der wäre nämlich gewesen, mal wieder in einem günstigen Restaurant zu essen. Da die Restaurants in Voss leider ausnahmslos keine Karten draussen haben, sind wir nicht imstande, ein günstiges Restaurant zu finden, und entscheiden uns für Tortelloni (ein Entscheid, der Nötzli nicht ganz so schwer fällt wie mir) mit Instant-Tomatensauce (Ja, das gibts, aber es erinnert eher an Suppe als an Sauce). Meine Bettruhe ist dann um halb elf automatisch definitiv, weil mir die Motivation fehlt, die hohe Leiter nochmals zu erklimmen...

Bildergalerie vom 5.7.2010

  • 1a: Auf der Bergenbahn geht die Reise nochmals durch richtig nordische Natur...
  • 1b: ...bis hinauf ins gute alte ET-Klima. Unser letzter Kontakt mit dem Winter 2009/2010!
  • 1c: Die Natur zeigt sich hier, weitab von jeder ernsthaft befahrbaren Strasse, von ihrer besten Seite.
  • 2a: Leider zieht sich das Winterwetter gleich weiter ins Tal. So ist die wunderbare Sonnenterrasse in Voss nur halb so schön.
Zur Startseite|Vorheriger Tag|Nächster Tag