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Oslo - Göteborg

Bericht von Jonas    Nachdem uns die hohen Temperaturen schon am Abend zu einer Dusche zwangen, verzichten wir angesichts des ohnehin schon viel zu frühen Aufstehens (06:45) auf eine Dusche, wir begeben uns stattdessen gleich zum Frühstück und verlassen schliesslich gegen viertel vor Acht das Hostel zu Fuss talwärts. In der Endstation nehmen wir das Tram nach Oslo, mangels Automat mit teurem 40-Kronen-Einzelticket, und steigen beim Bahnhof aus. Nach kurzem Warten kommt auch schon der Neigezug Richtung Halden und Göteborg, endlich mal wieder ohne reservierte Sitzplätze. Der im Zug vorhandene Getränke- und Snackautomat hilft mir, die Zahl der Ein-Kronen-Münzen drastisch zu reduzieren; Ganz weg sind sie trotzdem noch nicht. Nach etwa drei Stunden Fahrzeoit erreichen wir das bereits in Schweden gelegene Trollhättan, wo uns wegen Bauarbeiten ein Doppelstöckiger Car nach Göteborg bringt (wobei auch die Autobahn mehrheitlich aus Baustellen besteht - deshalb wohl auch die deutlich längere Fahrzeit gegenüber der Bahn). In Göteborg ist es bereits wieder so heiss, dass wir auf die Suche einer Sitzbank draussen verzichten und uns entschliessen, die Wartezeit bis zur Öffnung der Jugendherberge im klimatisierten Bahnhof zu verbringen - Zum Zmittag gibt's ein Subway-Sandwich, danach vertreibe ich mir die Zeit mit dem Studium des Schwedischen Kursbuches und der vorbeiziehenden Menschenmassen. Kurz vor 16 Uhr nehmen wir dann das Tram, das für einmal ohne Probleme gefunden werden kann, und fahren zum Stigbergstorget, wo wir sofort in die schöne Jugendherberge einchecken können. Weniger schön ist der Preis, der sich nach dem Zurechnen von Bettwäsche (Schlafsackverbot), Frühstück und der Reinigungskosten (wir beschliessen, selbst zu reinigen, so fallen wenigstens diese weg) sogar klar über Norwegischem Niveau bewegt. Zuerst ist dann im Hostel Chillen angesagt. Obwohl sich unsere geheimen Hoffnungen auf das einzige gemischte Mehrbettzimmer unserer Reise zerschlagen, ist unsere Zimmergenossenschaft, ein junges Australisches Ehepaar, durchaus angenehm. Zu Znachtzeiten beschliesse ich, doch mal noch das Zentrum zu suchen und anzuschauen, was sich aber nach einem Fast-Food-Znacht von 7-eleven darin erschöpft, dass wir ein Stündchen in einem unglaublich grossen Park chillen. Danach treiben uns unsere vollen Blasen zurück in die JH, wo ich nach kurzer Laptop-Arbeit (Der Internetanschluss würde ebenfalls kosten) mit Nötzli im Aufenthaltsraum den Match Deutschland-Uruguay anschaue (wobei mich nach einigen Kommentaren eine alleinreisende Deutsche neben mir entnervt fragt, für wen ich den nun sei). Nun, irgendwie habe ich so einen Reflex, in grösseren Ansammlungen von siegessicheren Deutschen für den jeweiligen Gegner zu sein, und so geht dann das Spiel auch nicht nach meinen Wünschen aus. Dass ich die beiden folgenden Schachpartien verliere, ist dann aber wohl eher auf meine Verliererroutine bei diesem Spiel als auf mangelnde Konzentration wegen dem Fussballresultat zurückzuführen - Das Problem bei meinen Schach-Plänen ist halt immer, dass der Gegner nicht so berechenbar ist, wie ich das gerne hätte...

Kommentar von Matthias    Der Weg hinab zur Tramstation geht erfreulicherweise sehr viel leichter, als am Vortag der hinauf. Trotzdem ärgere ich mich schon bald darüber, keine kurzen Hosen angezogen zu haben, denn warm ist es auch heute. Als wir zur Station kommen, steht das Tram noch ziemlich verlassen in der Gegend. Nur ein Passagier, der sich wenig später als Tram-Föteler outet, hat es sich schon darin bequem gemacht. Das teure Ticket kaufen wir dann beim Fahrer, der wenig später auch auftaucht. Damit gehts zum Bahnhof und von dort aus sind wir auch schon bald auf dem Weg raus aus Norwegen. Das äussert sich auch landschaftlich, denn die Berge vor dem Horizont verschwinden schon bald. In Göteborg angekommen wird es Zeit für eine Mahlzeit, was allerdings das Vorhandensein von Geld zum Erwerb eben dieser voraussetzt. Nachdem ich drei Bankomaten vergeblich bemüht habe, klappt es bei Nummer Vier dann endlich und ich kann mich mit nach Belieben mit Croissants eindecken, die wir in Norwegen doch etwas vermisst haben. Als wir gegen 16 Uhr das Tram nehmen, wird es eng, denn die Göteborger scheinen keine Ahnung davon zu haben, wie man sich stehend im Bus verteilt. Infolgedessen drängten sie sich einfach alle möglichst nahe an den Türen zusammen. Andere Länder, andere Sitten. Aber auch so erreichen wir die (viel zu teure) Herberge. Über die Pflicht, dass Zimmer selbst reinigen zu müssen, oder aber dafür extra zu bezahlen, lassen wir uns mit unserem Mitbewohnern dann auch gleich als erstes aus.
Mein Znacht im 7-eleven beschränkt sich mal wieder auf Pølse (mit dem Unterschied, dass sie in Schweden anders heissen). Dazu gibt es noch eine Literflasche Wasser. Diese ist dann auch der Grund dafür, dass wir nach gemütlichem In-der-Wiese-liegen dann doch ziemlich schnell den Rückweg zur Tramstation hinter uns bringen, wo wir Gott sei Dank sogleich eine Toilette erspähen. Von meiner Flüssiglast berfreit fährt es sich gleich viel entspannter zurück in die Jugi. Dort halte ich den Moment für gekommen, doch noch meine Sandalen auszupacken, die seit Wochen in meinem Rucksack vergammeln. Zuvor will aber ein harter Kampf zwischen zu langen Zehennägeln und zu stumpfer Schere ausgefochten werden. Nachdem auch diese Herausforderung gemeistert ist, geselle ich mich zu Jonas in den schattigen Innenhof der Jugi, um etwas zu entspannen. Eher weniger entspannt geht es dann beim Fussballmatch zu, wo unsere Freude über jedes Tor, egal von welcher Manschaft, nicht von jedermann gut aufgenommen wird. Die den Abend abschliessende Schachpartie kann ich zu meinen Gunsten entscheiden, denn schwer berechenbar ist, wer gar keinen Plan hat...

Bildergalerie vom 10.7.2010

  • 1a: Sobald wir Oslo verlassen, wird die Landschaft flacher und eintöniger. Norwegen, wir kommen wieder! (früher oder später jedenfalls...)
  • 1b: Unser Zug nach Göteborg im Norwegischen Grenzbahnhof Halden.
  • 1c: Schweden mag ja weniger reich sein als Norwegen, aber dafür denkt man hier auch mal an Nötzli und seine "Bus-Seekrankheit"...
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